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Lernen an der Uni

Ihr habt eure Zulassungsbestätigungen erhalten, habt euch an der Uni eingeschrieben, eure Wohnungen bezogen, die Veranstaltungen für Erstsemester überstanden und seid jetzt endlich offiziell Biochemie-Studenten – und nun? Eure ersten Tage, vielleicht sogar Wochen, laufen noch relativ entspannt ab. Nicht alle Vorlesungen, Seminare, Übungen und Praktika beginnen zur gleichen Zeit, sodass euch eine kurze Eingewöhnungsphase in euer studentisches Leben ermöglicht wird. Die meisten von euch haben noch keinerlei Erfahrungen darin, wie Vorlesungen nun eigentlich genau ablaufen, wie viel Lernaufwand ihr betreiben müsst oder wie die ersten Klausuren ablaufen. Dieser Text soll euch dabei helfen, zumindest einen kleinen Überblick über diese Dinge zu gewinnen.

Die Vorlesungen laufen im Grunde alle gleich ab; ihr setzt euch in den jeweiligen Hörsaal, versucht euch zu konzentrieren und schreibt nach eigenem Ermessen mehr oder weniger wichtige Fakten aus der Vorlesung des Dozenten mit. Dabei ist es natürlich jedem selbst überlassen, ob er sich möglichst zu allem Notizen macht, was gesagt wird oder ob er sich hauptsächlich an dem Skript des jeweiligen Dozenten orientiert, welches meist online, zum Teil aber auch in gedruckter Form zur Verfügung gestellt wird. Die Vorlesungen an der Uni gehen zwar mit einem recht anspruchsvollen Tempo voran und selbst die LK Chemie Leute werden in den ersten zwei Semestern mehr Chemie machen als in der gesamten Schullaufbahn, aber einen Vorteil haben die Vorlesungen an der Hochschule: Sie fangen im Stoff ganz vorne an. Das kann manchmal für diejenigen, die das schon etwas mehr wissen, recht langatmig sein. Dennoch sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, nicht zuzuhören, denn oft enthalten die Vorlesungen selbst zu vermeintlich bekannten Themen noch wichtige Details. Die Vorlesungen sind eure wichtigste Prüfungsvorbereitung.

Wer sich für ein Studium entscheidet, der entscheidet sich auch dafür, eine ganze Menge Arbeit und Zeit ins Lernen zu investieren. Ihr werdet an der Universität viel mehr lernen müssen als an der Schule, da einfach das Stoffpensum viel größer ist. Wer denkt, es wäre damit getan, die Vorlesungen zu besuchen, der irrt. Vorlesungsskripte und Mitschriften sind zwar eine gute Grundlage, doch ihr solltet die Nachbereitungszeit nicht unterschätzen. Um die Informationsflut eines Uni-Tages verarbeiten zu können, bedarf es effektiver Lernmethoden – und auch das Lernen an der Uni ist etwas, an das ihr euch erst gewöhnen müsst.

Jeder muss seinen eigenen Lernrhythmus finden und sich die für ihn am besten geeignetsten Lernmethoden ausprobieren. Einigen reicht es vielleicht schon, den Stoff in der Vorlesung zu hören und nur noch einmal kurz aufzuarbeiten. Andere müssen Vorlesungen evtl. noch einmal detailliert schriftlich nacharbeiten, um bessere Lernerfolge zu erzielen. Wieder andere legen sich Karteikarten an, mit denen sie sich auf die Prüfungen vorbereiten und manche verstehen den Stoff am besten, wenn sie sich in kleinen Lerngruppen zusammenschließen. Was genau für jeden einzelnen die beste Methode ist und wie viel Zeit ins Lernen investiert wird, muss erst ausprobiert werden und ist eine Sache der Gewöhnung.

Die ersten Klausuren sind mitunter die unbehaglichsten Ereignisse im ersten Semester. Man weiß nicht so recht was da auf einen zukommt und man macht sich vielleicht auch ein bisschen Sorgen wegen der Tatsache, dass nach drei fehlgeschlagenen Versuchen das Studium unwiderruflich beendet ist. Da sich die Klausuren eines Moduls immer ähneln, hat man die Möglichkeit sich mit den Übungen, die man während des Semesters ausgearbeitet hat oder Altklausuren aus der Fachschaft intensiv auf die Modulprüfung vorzubereiten. Wenn man die Möglichkeit hat, welche zu bekommen, dann sollte man sie auch durcharbeiten. Dadurch bekommt ihr zum Einen ein Gefühl dafür, wie der Prüfer fragt, und zum Anderen kommen gerade in den ersten Semestern einige Fragen aus den Altklausuren auch genau so oder zumindest in ähnlicher Weise dran. Wir stehen euch in solchen Fällen immer gerne zur Verfügung, fragt einfach mal nach.

Wenn ihr die Vorlesungen und Übungen gut durcharbeitet, kann euch in den Prüfungen kaum noch etwas passieren, sie sind halb so schlimm, wie ihr sie euch vielleicht anfangs vorstellt.

Natürlich solltet ihr euer Studium ernst nehmen und auch einige Zeit ins Nacharbeiten und Lernen investieren, dabei aber dennoch nie vergessen, dass es auch ein Leben neben dem Studium gibt. Auch eure Freizeit sollte nicht zu kurz kommen, ihr sollt euer Leben als Student schließlich auch genießen können – und dazu werdet ihr auch Gelegenheit haben. Also keine Panik vor eurem Studium!



Geschrieben von Christian Kubitza. Letztes Update am 21. März 2009
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